[+] Das Laufen Lügt
Eine kleine Kritik an der Kultur, die wir geschaffen haben
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Es gibt Tage, an denen ich mich frage, wie ehrlich das Laufen eigentlich noch ist. Nicht der Akt selbst — die Bewegung bleibt unverfälscht. Aber die Kultur darum herum? Die ist manchmal alles andere als ehrlich.
Die Running-Bubble, die Community, dieses hyperfröhliche Universum aus Challenges, PBs, Strava-Kronen und immer frischen Instagram Zieleinlauf-Fotos. Ist das wirklich so inspirierend, wie wir uns einreden? Oder ist es nur eine gut polierte Oberfläche? Ein durchtrainiertes Feigenblatt, unter dem Unsicherheit, Leistungsdruck und die Angst, nie genug zu sein, brodeln?
Das Laufen sagt:
„Alle sind willkommen.“
Das Laufen meint:
„Bitte erst performen, dann reinkommen.“
Dazu diese endlosen Motivationssprüche, die „Du kannst alles schaffen“-Mantras, die Mindset-Bibel für jede Lebenslage. Je lauter sie werden, desto mehr radieren sie die eigentliche Realität aus. Und die besteht nun mal aus Zweifel, Überforderung, Rückschlägen und Stagnation. Dinge, die in keinem Reel gut aussehen.



